Glücksspiel kann süchtig machen. Es ist keine Einnahmequelle und kein verlässlicher Weg, finanzielle Probleme zu lösen. Diese Seite fasst zusammen, welche Werkzeuge auf der Plattform zur Selbstkontrolle bereitstehen, an welche Beratungsstellen sich Betroffene und Angehörige wenden können und wie sich problematisches Spielverhalten erkennen lässt — sachlich und ohne Beschönigung.
Wer das Gefühl hat, das eigene Spielverhalten nicht mehr im Griff zu haben, sollte sofort eine Pause einlegen und mit einer Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. Die Sucht- und Drogen-Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist unter 0800 1 37 27 00 rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar.
Wer ist von problematischem Spielverhalten betroffen
Problematisches Spielverhalten kann jede Person treffen — unabhängig von Alter, Einkommen, Bildung oder Spielerfahrung. Studien des Bundesministeriums für Gesundheit gehen davon aus, dass in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen Anzeichen eines problematischen oder pathologischen Spielverhaltens zeigen. Männer sind statistisch häufiger betroffen als Frauen, junge Erwachsene häufiger als ältere Altersgruppen, doch keine Gruppe ist immun.
Spielsucht entwickelt sich in der Regel schleichend. Sie beginnt oft mit Gelegenheitsspiel, kann sich über Phasen häufigerer Sitzungen verstärken und schließlich in Verlust der Kontrolle übergehen. Die Übergänge sind fließend, weshalb regelmäßige Selbsteinschätzung wichtig ist — auch bei Personen, die ihr Spiel bislang als unbedenklich erleben.
Warnsignale problematischen Spielverhaltens
Die folgenden Warnsignale orientieren sich an den diagnostischen Kriterien für pathologisches Spielen nach DSM-5 und ICD-11. Treffen mehrere Punkte zu, ist die Inanspruchnahme einer Beratungsstelle ratsam:
- Steigender Einsatzbedarf, um dieselbe innere Erregung zu erleben
- Wiederholte erfolglose Versuche, das Spielen einzuschränken oder zu stoppen
- Unruhe oder Reizbarkeit beim Versuch, weniger zu spielen
- Häufige Gedanken an Glücksspiel auch außerhalb der Spielzeit
- Spielen als Reaktion auf negative Gefühle wie Stress, Angst, Niedergeschlagenheit
- Versuch, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen („Chasing“)
- Verheimlichung des Spielumfangs gegenüber Familie oder Freunden
- Aufnahme von Krediten oder Verkauf von Wertgegenständen zur Finanzierung des Spielens
- Vernachlässigung beruflicher, familiärer oder sozialer Verpflichtungen
- Anhaltende Verluste, die das verfügbare Einkommen übersteigen
Diese Liste ist eine Orientierungshilfe und ersetzt keine fachliche Diagnose. Eine verlässliche Einschätzung kann nur durch eine Suchtberatungsstelle, einen Psychotherapeuten oder einen Facharzt erfolgen.
Selbsttest und Selbsteinschätzung
Die BZgA stellt unter check-dein-spiel.de einen kostenlosen, anonymen Selbsttest zur Verfügung. Der Test basiert auf dem South Oaks Gambling Screen (SOGS) und gibt eine erste Orientierung über das eigene Risiko. Das Ergebnis ist vertraulich und wird nicht an Dritte weitergegeben.
Der Selbsttest ist kein medizinisches Diagnoseinstrument und ersetzt nicht das Gespräch mit einer Beratungsstelle. Er dient dazu, ein Gefühl für die eigene Situation zu entwickeln und gegebenenfalls den Schritt zur professionellen Hilfe zu erleichtern.
Verfügbare Schutzwerkzeuge im Konto
Im Konto-Bereich stehen folgende Werkzeuge zur Selbstkontrolle bereit. Alle Einstellungen lassen sich jederzeit über den Menüpunkt „Spielerschutz“ anpassen. Verschärfungen der Limits werden sofort wirksam; Lockerungen erst nach einer Wartezeit von sieben Tagen, um Impulsentscheidungen vorzubeugen.
| Werkzeug | Funktion | Aktivierung |
|---|---|---|
| Einzahlungslimit | Begrenzt die maximale Einzahlungssumme pro Tag, Woche oder Monat | Konto → Spielerschutz → Einzahlungslimit |
| Verlustlimit | Begrenzt den maximalen Nettoverlust im gewählten Zeitraum; bei Erreichen werden weitere Einsätze blockiert | Konto → Spielerschutz → Verlustlimit |
| Einsatzlimit pro Spielrunde | Begrenzt den maximalen Einsatz pro Spin oder Wette | Konto → Spielerschutz → Einsatzlimit |
| Sitzungslimit | Begrenzt die maximale Sitzungsdauer; bei Erreichen wird die Sitzung automatisch beendet | Konto → Spielerschutz → Sitzungslimit |
| Realitäts-Check | Einblendung der aktuellen Sitzungsdauer und der bisherigen Bilanz in wählbaren Intervallen (15, 30, 60 Minuten) | Konto → Spielerschutz → Realitäts-Check |
| Cool-Off-Phase | Sperre des Kontos für eine wählbare Dauer von 24 Stunden bis zu 6 Wochen | Konto → Spielerschutz → Cool-Off |
| Selbstausschluss | Dauerhafte oder befristete Sperre des Kontos (6 Monate bis unbefristet) | Konto → Spielerschutz → Selbstausschluss |
Die interne Sperre und alle internen Limits gelten ausschließlich für die Plattform Betmatch. Sie ersetzen nicht das anbieterübergreifende deutsche Spielerschutz-System OASIS, das nur für GGL-lizenzierte Anbieter wirkt. Details zu LUGAS und zum monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 € sind unter Einzahlungslimit und LUGAS beschrieben.
Cool-Off und Selbstausschluss aktivieren
Die Cool-Off-Phase ist die mildere Form der Spielpause. Sie eignet sich für kurzfristige Auszeiten — etwa nach einer Verluststrecke, vor wichtigen finanziellen Entscheidungen oder einfach zur bewussten Distanz. Verfügbare Dauern sind 24 Stunden, 7 Tage, 30 Tage und 6 Wochen. Während der Cool-Off-Phase ist der Login zur Plattform deaktiviert; Auszahlungen verbleibender Guthaben sind weiterhin möglich.
Der Selbstausschluss ist die weitreichendere Maßnahme. Er sperrt das Konto für mindestens sechs Monate oder unbefristet. Eine Aufhebung vor Ablauf der gewählten Frist ist nicht möglich. Nach Ablauf der Frist erfolgt keine automatische Reaktivierung — der Spieler muss eine Reaktivierung aktiv beantragen und durchläuft eine zusätzliche Wartezeit von 24 Stunden, bevor der Zugang wiederhergestellt wird.
Während eines aktiven Selbstausschlusses werden keine Marketing-Mitteilungen verschickt. Die hinterlegten Konto- und KYC-Daten bleiben gespeichert, um eine Umgehung der Sperre durch erneute Registrierung zu verhindern. Die Datenspeicherung erfolgt im Rahmen der Anti-Geldwäsche-Vorgaben und der vertraglichen Bestimmungen unter AGB.
Bei einer bereits aktiven OASIS-Sperre wirkt die Selbstausschluss-Regelung auf der Plattform parallel zur GGL-Sperre. Die Eintragung in OASIS schützt zusätzlich vor dem Spielen bei allen lizenzierten deutschen Anbietern und wird durch die Schließung des Kontos hier nicht beeinträchtigt.
OASIS — anbieterübergreifende Spielersperre
OASIS ist das zentrale Sperrsystem der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Eine OASIS-Sperre wirkt anbieterübergreifend bei allen Anbietern mit deutscher GGL-Erlaubnis und kann nicht durch einen einzelnen Anbieter überschrieben werden. Da die Plattform Betmatch nicht im GGL-Whitelist-Register eingetragen ist, ist sie nicht an das OASIS-System angeschlossen. Hintergründe zum Lizenzstatus sind unter Lizenz und Sicherheit erläutert.
Wer eine umfassende anbieterübergreifende Sperre wünscht, sollte zusätzlich eine OASIS-Eintragung beantragen. Vollständige Informationen zum Verfahren sind unter OASIS-Spielersperre aufgeführt.
Hilfe für Angehörige
Auch Angehörige sind von Spielsucht betroffen — emotional, finanziell und im Alltag. Wer einen problematisch spielenden Partner, Elternteil, Kind oder Freund unterstützen möchte, kann sich ebenfalls an die BZgA-Hotline wenden. Die Beratung steht nicht nur Betroffenen, sondern auch deren Umfeld offen.
Hilfreiche erste Schritte für Angehörige: das Thema sachlich und ohne Vorwürfe ansprechen, keine Schulden des Betroffenen übernehmen, klare Grenzen kommunizieren und gleichzeitig zur professionellen Beratung ermutigen. Selbsthilfegruppen für Angehörige werden über die Bundesarbeitsgemeinschaft der Anonymen Spieler und über regionale Suchtberatungsstellen vermittelt.
Wer als Angehöriger Hinweise auf das Spielverhalten einer minderjährigen Person hat oder eine Selbstausschluss-Eintragung für einen erwachsenen Betroffenen prüfen lassen möchte, kann sich an den Kundensupport wenden. Die zuständigen Kontaktwege sind unter Kontakt aufgeführt. Eingaben Dritter werden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten geprüft und vertraulich behandelt.
Beratungsstellen und Helplines in Deutschland
Folgende Stellen bieten kostenlose, anonyme und unabhängige Beratung bei Glücksspielproblemen:
- BZgA-Sucht- und Drogen-Hotline: 0800 1 37 27 00 — rund um die Uhr, anonym, kostenlos. Erstgespräch, Vermittlung zu regionalen Beratungsstellen, Krisenintervention.
- check-dein-spiel.de — Beratungsportal der BZgA mit Selbsttest, Limit-Rechner, Beratungsfinder und Chat-Beratung. Erreichbar unter check-dein-spiel.de.
- Anonyme Spieler (AS) — bundesweite Selbsthilfeorganisation nach dem Zwölf-Schritte-Programm. Lokale Gruppen in den meisten größeren Städten, Adressen über die zentrale Geschäftsstelle.
- Regionale Suchtberatungsstellen — Diakonie, Caritas, AWO und kommunale Träger bieten kostenfreie persönliche Beratung. Vermittlung über die BZgA-Hotline oder das örtliche Gesundheitsamt.
- Telefonseelsorge: 0800 1110 111 oder 0800 1110 222 — bei akuten Krisensituationen, rund um die Uhr, anonym, kostenfrei.
Wer eine OASIS-Sperre einrichten möchte, findet die zuständigen Stellen über die GGL-Website gluecksspiel-behoerde.de. Die Eintragung ist anbieterübergreifend wirksam und kann nicht durch einen einzelnen Anbieter umgangen werden.
Spielerschutz und Finanzen
Glücksspiel sollte ausschließlich aus Geld finanziert werden, dessen Verlust verschmerzbar ist — also nicht aus Mitteln für Miete, Lebensmittel, Kredite oder Familienunterhalt. Wer Kredite aufnimmt, Wertgegenstände verkauft oder von Angehörigen leiht, um zu spielen, bewegt sich bereits in einem riskanten Bereich. Die Trennung des Spielbudgets von anderen Finanzen — etwa durch ein separates Konto mit niedrigem Limit — ist eine einfache, aber wirksame Schutzmaßnahme.
Praktische Maßnahmen zur Begrenzung des finanziellen Risikos: ein monatliches Spielbudget vorab festlegen und im Einzahlungslimit hinterlegen; nach jeder Sitzung die tatsächliche Bilanz prüfen, nicht das gefühlte Ergebnis; bei einer Verluststrecke keine zusätzlichen Einzahlungen tätigen, um Verluste auszugleichen; Boni nur aktivieren, wenn die Rollover-Bedingungen im aktuellen Budget realistisch erfüllbar sind. Diese Punkte ersetzen keine Beratung, schaffen aber einen Rahmen, in dem Glücksspiel ein bewusster Freizeitkonsum bleibt.
Bei Auszahlungswünschen sollte die KYC-Prüfung möglichst früh abgeschlossen werden, um Verzögerungen zu vermeiden. Vollständige Informationen zum Verfahren sind unter Identitätsprüfung aufgeführt.
Häufige Fragen zum Spielerschutz
Wie aktiviere ich ein Einzahlungslimit?
Im eingeloggten Konto unter Konto → Spielerschutz → Einzahlungslimit. Verschärfungen werden sofort wirksam, Lockerungen erst nach einer Wartezeit von sieben Tagen.
Kann ich einen Cool-Off vorzeitig beenden?
Nein. Eine aktive Cool-Off-Phase kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Die Dauer (24 Stunden bis 6 Wochen) wird zum Zeitpunkt der Aktivierung verbindlich gewählt.
Was passiert mit meinem Guthaben bei einem Selbstausschluss?
Echtgeldguthaben kann nach Abschluss der KYC-Prüfung ausgezahlt werden. Offene Bonusgewinne, die noch unter Rollover-Anforderungen stehen, verfallen mit dem Selbstausschluss.
Wirkt eine OASIS-Sperre auch auf der Plattform?
Nein. OASIS-Sperren wirken nur bei GGL-lizenzierten Anbietern. Da die Plattform nicht im Whitelist-Register eingetragen ist, ist sie nicht an OASIS angeschlossen. Eine interne Sperre kann jederzeit über den Kontobereich oder den Support eingerichtet werden.
18+ | Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsvoll. Hilfe bei Spielsucht: BZgA-Hotline 0800 1 37 27 00 (kostenlos, anonym, 24/7).